1. Anreise von Tokio: Routen, Mautkosten & Verkehrstipps
Die Fuji-Fünf-Seen-Region liegt rund 100 bis 120 Kilometer südwestlich von Tokio. Mit dem Mietwagen bist du völlig flexibel und kannst die Route spontan an die aktuelle Bewölkung am Fuji anpassen.
Die beste Strecke ab Tokio
- Hauptroute: Von Tokio geht es über den Chuo Expressway (中央自動車道) Richtung Otsuki und von dort über die Otsuki-Möglichkeit direkt weiter auf den Fujiyoshida-Linien-Expressway bis zur Ausfahrt Kawaguchiko IC.
- Fahrtzeit: Bei freier Fahrt benötigst du ca. 1,5 bis 2 Stunden.
- Achtung Stau: An Wochenenden, Feiertagen und zur Kirschblüten- bzw. Herbstlaub-Saison staut sich der Chuo Expressway morgens aus Tokio heraus gewaltig. Ich empfehle dir dringend, spätestens um 6:30 Uhr morgens in Tokio aufzubrechen!
- Mautkosten (Expressway Tolls): Für die einfache Fahrt auf der Autobahn fallen ca. 3.500 bis 4.200 Yen (ca. 22–27 Euro) an. Mit gesteckter ETC-Karte im Mietwagen passierst du das Tollgate automatisch und bargeldlos.
2. Die 5 Seen im Detail: Highlights & MAPCODEs fürs Navi
Wenn du im Auto sitzt, wähle im Navi am besten direkt die MAPCODEs der jeweiligen Parkplätze aus. Das ist in Japan um Welten präziser als die Eingabe von Straßennamen.
1. Lake Kawaguchiko (河口湖): Der Allrounder mit Postkarten-Blick
Kawaguchiko ist der am leichtesten zugängliche und am besten ausgebaute See der Region. Am Südufer findest du Hotels und Cafés, während das Nordufer der unangefochtene Hotspot für spektakuläre Spiegelungen des Mount Fuji auf dem Wasser ist.
- Oishi Park (大石公園): Berühmt für seine saisonalen Blumenfelder (Lavendel im Sommer, roter Kochia-Strauch im Herbst) direkt vor der Kulisse des Fuji.
- Arakurayama Sengen Park (Chureito Pagode): Das ikonische Japan-Motiv mit der roten Pagode, Kirschblüten und dem Fuji im Hintergrund liegt nur wenige Fahrminuten östlich vom See.
- MAPCODE Oishi Park:
59 089 357*06

2. Lake Yamanakako (山中湖): Der größte See für Natur- & Tierfans
Yamanakako liegt am östlichsten, ist der flächenmäßig größte See und liegt mit fast 1.000 Metern Meereshöhe am höchsten. Hier geht es deutlich entspannter zu als am Kawaguchiko. Bekannt ist der See für seine majestätischen Höckerschwäne und das Naturschauspiel „Diamond Fuji“, wenn die Sonne direkt auf der Spitze des Berges untergeht.
- Nagaike Shinsui Park (長池親水公園): Mein persönlicher Lieblingsplatz am Yamanakako für freie Sicht auf den Fuji ohne störende Masten oder Gebäude.
- MAPCODE Nagaike Park:
161 015 723*24

3. Lake Saiko (西湖): Idyllische Natur & Kultur im Reetdachdorf
Nur einen Katzensprung westlich von Kawaguchiko liegt der Saiko-See. Er ist von dichtem Wald umgeben und wirkt fast schon verwunschen. Ein Großteil des Südufers wird von den Ausläufern des mystischen Aokigahara-Waldes eingerahmt.
- Saiko Iyashi no Sato Nenba (西湖いやしの里根場): Ein wunderschön wiederaufgebautes historisches Dorf mit traditionellen Reetdach-Häusern. Von den Dorfstraßen aus hat man eine grandiose Fotoperspektive auf den Fuji über den Strohdächern.
- MAPCODE Iyashi no Sato Nenba:
59 019 204*88

4. Lake Shojiko (精進湖): Der kleinste See mit der gewaltigsten Kulisse
Shojiko ist der kleinsten der fünf Seen, hat es aber in sich! Da hier kaum touristische Infrastruktur gebaut wurde, genießt du eine unglaubliche Ruhe. Der Ausblick von der Nordküste wird oft als „Kodaki Fuji“ (Fuji, der ein Kind umarmt) bezeichnet, weil der kleinere Omuro-Berg optisch direkt vor dem gigantischen Mount Fuji liegt.
- Shojiko Tatego Hama (精進湖 他手合浜): Ein flacher Naturstrand am Nordufer, an dem man fast bis ans Wasser heranfahren kann. Perfekt für ein kleines Picknick im Auto mit Blick auf den Berg.
- MAPCODE Tatego Hama:
312 567 538*55

5. Lake Motosuko (本栖湖): Der See vom 1.000-Yen-Schein
Motosuko liegt am weitesten westlich, ist mit bis zu 120 Metern der tiefste der Fünf Seen und besitzt das klarste, tiefblaue Wasser. Wenn du einen japanischen 1.000-Yen-Geldschein aus der Tasche ziehst und das Motiv auf der Rückseite mit der Realität vergleichst, stehst du exakt am Nordufer dieses Sees!
- Aussichtspunkt Nakanokura-Toge (1.000-Yen-Blick): Der berühmte Fotospot am Nordufer. Vom Parkplatz am Seeufer führt auch ein kurzer, etwa 30-minütiger Wanderweg hinauf zum Nakanokura-Pass-Aussichtspunkt für eine noch genialere Perspektive von oben.
- Fuji Shibazakura Festival: Falls du von Ende April bis Mai unterwegs bist, liegt das riesige Areal mit pinkfarbenem Moos-Phlox direkt südlich des Motosuko-Sees.
- MAPCODE Motosuko 1.000 Yen Viewpoint (Parkplatz):
312 447 549

3. Meine 5 Praxis-Tipps für deinen Fuji-Roadtrip
- Der frühe Vogel sieht den Fuji: Der Mount Fuji ist berüchtigt dafür, sich ab dem späten Vormittag hinter dichten Wolken und Dunst zu verstecken. Nutze die ersten Sonnenstunden von 6:00 bis 10:00 Uhr morgens für deine wichtigsten Fotostopps!
- Parkgebühren & Kleingeld: Die meisten Naturparkplätze an den kleineren Seen (Saiko, Shojiko, Motosuko) sind völlig kostenlos. An den Hotspots wie dem Oishi Park oder rund um Kawaguchiko gibt es kostenpflichtige Coin Parkings. Halte dafür immer ein paar 100-Yen-Münzen bereit.
- Flexibel bleiben bei Bewölkung: Wenn der Berg an einem See im Nebel hängt, fahr einfach weiter zum nächsten! Da die Seen den Berg im Halbkreis umgeben, ist das Wetter auf der Ostseite (Yamanakako) oft völlig anders als auf der Westseite (Motosuko).
- Tanken vor der Rückfahrt: Wenn du abends zurück nach Tokio fährst, tanke den Mietwagen vor der Autobahnauffahrt an den Hauptstraßen rund um Kawaguchiko oder Fujiyoshida auf. Auf den Expressways sind Tankstellen spürbar teurer.
- Schilder & Wildwechsel beachten: In den waldreichen Abschnitten zwischen Saiko, Shojiko und Motosuko musst du besonders in der Dämmerung auf Wildwechsel (Hirsche und Sika-Wild) achten. Halte dich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen von meist 40 bis 50 km/h.
Fazit: Lohnt sich die Rundreise um die Fünf Seen mit dem Auto?
Ein absolutes Ja! Während die meisten Touristen mit Tagesbussen in Kawaguchiko stranden und sich am Nordufer auf die Füße treten, bist du mit dem Mietwagen in der Lage, die wahren, ruhigen Perlen wie den Shojiko oder Motosuko zu entdecken. Die Straßen rund um die Seen sind hervorragend ausgebaut, das Fahren ist extrem entspannt und die Freiheit, dem Mount Fuji einmal komplett im Kreis zu folgen, ist eines der absolut schönsten Roadtrip-Erlebnisse in ganz Japan.



