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Der MAPCODE in Japan: So findest du jeden Fotospot blitzschnell im Auto-Navi

Wenn man das erste Mal in Japan in einen Mietwagen steigt, fällt einem sofort auf: Die Eingabe von Adressen im integrierten Fahrzeug-Navi ist ein absoluter Albtraum. Selbst wenn das System auf Englisch umgestellt ist, scheitert man regelmäßig an japanischen Straßennamen. Der Grund? In Japan gibt es – abgesehen von wenigen großen Hauptstraßen – schlichtweg keine Straßennamen wie in Europa!

Japanische Adressen basieren auf einem komplexen System aus Präfekturen, Städten, Stadtteilen und Häuserblöcken. Wenn du mitten in der Natur zu einem versteckten Wasserfall, einem Aussichtspunkt am See oder einem abgelegenen Parkplatz möchtest, hat dieser Ort oft nicht einmal eine eigene Hausnummer.

Doch die Japaner haben dafür eine geniale Lösung entwickelt: den MAPCODE (マップコード). In diesem Guide erkläre ich dir, woher das System stammt, wie es funktioniert und wie du die Nummern für deine eigene Reise blitzschnell findest.

1. Woher stammt der MAPCODE? Ein Blick in die Geschichte

Anfang der 1990er Jahre erlebte Japan einen riesigen Boom bei der Entwicklung von car-basierten Navigationssystemen. Die Ingenieure der Firma DENSO Corporation (einem der weltweit größten Automobilzulieferer, der zum Toyota-Konzern gehört) standen damals vor einer riesigen Herausforderung: Wie kann man jeden beliebigen Punkt auf der japanischen Landkarte in einem elektronischen Navi speichern, ohne ellenlange Schriftzeichen einzutippen?

Im Jahr 1997 stellte DENSO schließlich das patentierte MAPCODE-System vor. Die Grundidee war revolutionär: Ganz Japan wurde in ein winziges, unsichtbares Raster aufgeteilt. Jedem Quadratzentimeter des Landes wurde eine einfache Zahlenkombination zugewiesen.

Das System setzte sich blitzschnell als Standard durch. Heute ist die MAPCODE-Technologie in nahezu jedem japanischen Mietwagen-Navi fest integriert und wird von der Kokusai Kogyo Co., Ltd. verwaltet.

2. Wie funktioniert der MAPCODE technisch?

Ein MAPCODE ist im Grunde nichts anderes als eine stark vereinfachte, benutzerfreundliche Variante von Geokoordinaten (Breitengrad und Längengrad). Statt sperriger Zahlen wie 35.6895° N, 139.6917° E besteht ein MAPCODE meist aus 6 bis 10 Ziffern, getrennt durch ein Sternchen oder einen Punkt.

Ein typisches Beispiel:
218 710 643*38 (Das ist der exakte Parkplatz am Mishakaike-Teich in Nagano)

Was bedeuten die Zahlen?

  • Die Hauptnummer (vor dem Sternchen): Identifiziert die grobe Region und den Suchsektor in Japan. Sie bringt dich auf wenige Meter genau an den Zielort.
  • Der High-Precision-Code (nach dem Sternchen): Das ist das feine Zusatzraster. Wenn ein Sternchen mit zwei Zusatzziffern angehängt ist, bestimmt der Code den Standort auf bis zu 3 Meter genau!

Das Geniale daran: Du musst nicht die exakte Einfahrt eines Campingplatzes oder Aussichtspunkts suchen – der MAPCODE lotst dich millimetergenau direkt auf die Parkplatzspürbahn.

3. Wie gibt man den MAPCODE im Mietwagen-Navi ein?

Die Eingabe im Auto ist denkbar einfach und dauert selbst für ungeübte Fahrer keine 10 Sekunden. Obwohl die Menüs der Mietwagen je nach Marke (Toyota, Nissan, Pioneer) leicht variieren, ist der Ablauf immer identisch:

  1. Drücke am Navi auf die Taste Destination / Menu (目的地).
  2. Wähle die Suchmethode MAPCODE (マップコード) aus. (Oft durch ein kleines Symbol mit Zahlen dargestellt).
  3. Tippe die Zahlenfolge über das Touchscreen-Tastenfeld ein. Das Sternchen (*) musst du bei den meisten modernen Systemen gar nicht tippen – tipp einfach die Zahlen hintereinander durch.
  4. Befestige die Eingabe mit Set / Enter (セット) und starte die Routenführung.

Sicherheitshinweis: Wie bei fast allen japanischen Automietwagen lässt sich das Navi aus Sicherheitsgründen nur bedienen, wenn das Auto steht und die Handbremse angezogen ist!

4. Wie findet man den MAPCODE für seine Wunsch-Ziele?

Da Google Maps in Europa oder den USA standardmäßig keine MAPCODEs anzeigt, fragen sich viele Reisende vor der Abfahrt: „Woher bekomme ich diese Nummern eigentlich?“

Hier sind meine drei besten Quellen für die Reiseplanung:

  • JapanMapCode.com: Die einfachste und beste Website für Touristen. Du klickst auf der Karte einfach auf deinen gewünschten Punkt (z. B. einen Parkplatz am Fuji) und die Seite generiert dir sofort den exakten MAPCODE inklusive Sternchen.
  • Japan-Reiseblogs & Foren: Auf spezialisierten Blogs (wie hier bei mir) gebe ich dir bei allen Ausflugszielen immer direkt den passenden MAPCODE an die Hand.
  • Offizielle Broschüren der Touristeninformationen: Wenn du vor Ort Faltkarten an Raststätten (Michi-no-Eki) oder Mietwagen-Stationen mitnimmst, steht neben den Sehenswürdigkeiten fast immer das kleine Symbol マップコード mit der passenden Nummer.

MAPCODE vs. Telefonnummer: Was ist besser?

Neben dem MAPCODE nutzen viele Fahrer auch japanische Festnetz-Telefonnummern zur Navi-Eingabe. Das funktioniert bei Hotels, Restaurants oder Tankstellen hervorragend. Aber Achtung: Ein Parkplatz mitten im Nationalpark, ein Strand auf Okinawa oder ein Pass-Aussichtspunkt hat keine Telefonnummer! Hier ist der MAPCODE die einzige Methode, die dich ohne Umwege direkt ans Ziel bringt.

Fazit: Unverzichtbar für deinen Roadtrip durch Japan

Wer das System einmal verstanden hat, möchte es nie wieder missen. Der MAPCODE nimmt dir den kompletten Stress bei der Orientierung auf japanischen Straßen und spart unendlich viel Zeit bei der Zieleingabe. Wenn du deinen eigenen Roadtrip durch Japan planst, notiere dir die MAPCODEs deiner wichtigsten Fotospots am besten schon zu Hause in deiner Routenliste – so steigst du im Urlaub völlig entspannt ins Auto und fährst einfach los!

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